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Mit besten Grüssen

 

Vorstand und Mitarbeitende

Fragen und Antworten

Dating-Portale

In letzter Zeit habe ich mich auf Internetseiten für Kontakte mit Frauen umgeschaut. Letzthin war ich auf ... (Name gelöscht) und war positiv überrascht, nicht gleich meine Kreditkarte angeben zu müssen. Ich konnte kostenlos einen Account erstellen. Ich gab eine meiner Emailadressen an und schon am nächsten Tag erhielt ich Angebote von jungen Frauen. Sogar jünger als mein eingegebener Altersbereich und mit Foto! Tolle Überraschung.

Eine schrieb mir, sie wolle erst ein Cam-Date (Kontakt via Computer-Kamera), eine andere bot mir Sex gegen TG. Heisst wohl Taschengeld?

Ich selbst habe überhaupt noch kein Foto vor mir gepostet und dann diese Antworten. Ist das seriös? Was haltet ihr davon?

Wir haben uns aufgrund deiner Anfrage genauer mit verschiedenen Portalen befasst. Geld spielt - wie von dir vermutet - bei allen eine Rolle. Schliesslich wollen sie auch von etwas leben - und zwar möglichst gut. Und hier liegt wohl auch der Haken drin.

Auf allen von uns besuchten Portalen sind mehr Männer gemeldet als Frauen. Jene, die eine Monats- oder Jahrespauschale verlangen, weisen - gemäss eigenen Angaben sowie Berichten - einen höheren Anteil an weiblichen Mitgliedern aus als beispielsweise das von dir angegebene "Gratis-Portal". Diese holen sich ihr Geld erst später bei ihren Kunden (Männern!), wenn diese Chancen erkennen, einen echten Sex-Kontakt herstellen zu können. Damit du als Kunde dies auch machst, erhältst du beispielsweise schnell nach der Anmeldung Anfragen von Frauen. Dabei dürfte es sich jedoch unserer Meinung nach auch um automatisch generierte Anfragen handeln, welche von einer Software gesteuert sind. Sie bewirken, dass du antworten möchtest um Kontakt aufzunehmen und dann braucht es vielfach Punkte, Coins, ... - welche du vorher bei ihnen kaufen musst.

Ein Cam-Chatt birgt auch die Gefahr, dass du heimlich gefilmt wirst und zwar möglichst nackt. Das kann zu Erpressung führen: Von dir wird Geld verlangt, sonst wird der Film veröffentlicht.

 

Also auf jeden Fall: Vorsicht im Internet! Schau dich doch in der reellen Welt um, flirte & sprich an wenn es passt.

Hälfte des Vermögens aufteilen bei einer Scheidung?

Meine Frau will sich nach zwölf Ehejahren von mir scheiden lassen. Sie verlangt die Hälfte meines Vermögens. Ich besitze eine Eigentumswohnung, die wir bisher gemeinsam bewohnt haben. Eine darin befindliche Einliegerwohnung ist seit Jahren vermietet. Auf Unterhaltszahlungen würde sie verzichten, da sie selbst 100 % arbeitet und nicht schlecht verdient. Sie verlangt von mir, ich solle ihr alle Bank- und sonstigen Unterlagen zeigen, um eine Aufteilung des Vermögens vornehmen zu können.  Soll ich darauf eingehen?

Was die Auskünfte betrifft, musst du tatsächlich „die Hosen runter lassen“. Jeder Ehegatte – wie auch Ehegattin - ist verpflichtet, den anderen über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu informieren. Von einer Verschleierung ist dringend abzuraten. Je rascher die Verhältnisse geklärt sind, umso besser. Allerdings musst du nicht einfach die Hälfte deines Vermögens abgeben, sondern es sind - auch bei vererbtem oder geschenktem Eigengut – nur die Erträgnisse aus deinem Eigengut, das sind in deinem Fall die Mieterträgnisse der Einliegerwohnung, die zu eurem Vermögenszuwachs zählen. Ausserhalb des Eigenguts sind alle während eurer Ehe erzielten Zuwächse aus Vermögen aufzuteilen.

 

Hier wäre es sinnvoll, euch zu einigen und euch Gedanken zu machen, wer in der bisherigen Ehewohnung verbleibt.  Auseinandersetzungen vor Gericht über vermögensrechtliche Ansprüche können nämlich sehr kostspielig werden, insbesondere dann, wenn Anwälte über hohe Streitwerte verhandeln.

Mediation vor Scheidung sinnvoll?

Wir überlegen uns zu trennen, möchten aber nicht sofort eine Scheidung einreichen. Viele Fragen wie Vermögen oder Betreuung unserer Kinder sind noch ungeklärt. Was spricht für eine Mediation und was kostet sie?

Eine Mediation hilft auf jeden Fall, eine Konfliktsituation zu entschärfen. Sind viele rechtliche Aspekte zu klären, sollte vorher eine qualifizierte Rechtsberatung stattfinden. Wir bieten euch eine solche gerne kostenlos an.

 

Mit Hilfe einer qualifizierten Fachperson in Mediation können praxisnahe und ausbalancierte Lösungen entwickelt werden, um alte Streitmuster abzustellen und neue Denkmuster und Sichtweisen zu finden. Neben der Konfliktklärung soll die Mediation mit ihren Methoden darauf hinwirken, eure Kommunikationsfähigkeiten auszubauen, was letztlich auch euren Kindern zugute kommt.

 

Die Kosten sind im Vergleich zu den Kosten bei einer Auseinandersetzung vor Gericht bescheiden. Je nach Qualifikation der Fachperson ist mit einem Stundensatz von CHF 150.- bis CHF 400.- zu rechnen.

 

Wir können euch auch eine kostengünstigere zu CHF 80.- vermitteln. In einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch könnten wir abklären, ob für eure spezifische Interessenslage eine Mediation geeignet ist.

Eltern-Entfremdungssyndrom – was ist das?

Letzthin sassen wir in einer Gruppe zusammen und diskutierten Probleme nach einer Scheidung. Ein Freund berichtete, dass seine Kinder ihm entfremdet würden und dass es dazu sogar den Begriff „Elternentfremdungssyndrom“ gäbe. Wisst ihr da mehr dazu?

Ja, das gibt es tatsächlich … und leider auch bei uns in Liechtenstein. Der Begriff Eltern-Entfremdungssyndrom entstammt dem englischen Parental Alienation Syndrome, abgekürzt PAS.

 

Nach der elterlichen Trennung kann es in unglücklichen Fällen zu einer Entfremdung zwischen einem Elternteil und seinem Kind kommen. Diese Entfremdung wird als elterliches Entfremdungssyndrom bzw. Parental Alienation Syndrome (PAS) bezeichnet. Der amerikanische Kinderpsychiater Richard Gardner beschrieb bereits 1985 diese kindliche Störung: Das Kind hat ein so negatives Bild von einem Elternteil, dass es ihn dauerhaft und zu Unrecht abwertet und beleidigt. Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein.

 

Symptome des elterlichen Entfremdungssyndroms

Im Rahmen von Sorgerechtsstreitigkeiten kann laut Gardner der betreuende Elternteil bewusst oder unbewusst so negativ auf das Kind einwirken, dass PAS entstehen kann. Daneben hat das Kind den Wunsch, den anderen Elternteil herabzusetzen. Das elterliche Entfremdungssyndrom äußert sich in diesen acht Symptomen: Das Kind hasst einen Elternteil und wertet ihn sowie dessen Familie und Freunde ab. Es hat keine Schuldgefühle bezüglich seines Verhaltens. Die Begründung für diesen Hass ist schwach bzw. absurd. Es fehlt die übliche Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil und das Kind besteht darauf, dass die Ablehnung alleine seine Entscheidung war. Daneben unterstützt es stark den bevorzugten Elternteil während juristischer Streitigkeiten. Das Kind eignet sich typische Redewendungen des bevorzugten Elternteils an.

 

Die drei Stufen der Eltern-Kind-Entfremdung

PAS kann schwach, mittel oder stark ausgeprägt sein. Es kommt darauf an, welche der acht Symptome vorliegen und in welcher Schwere sie auftreten. Eine schwache Entfremdung liegt vor, wenn das Kind zwar eine ablehnende Einstellung gegenüber dem getrennt lebenden Elternteil hat, aber dennoch Besuche zulässt. Bei der mittleren Stufe des PAS verspürt der getrennt lebende Elternteil eine größere Abneigung und Besuche werden abgelehnt. Eine schwere Entfremdung liegt dann vor, wenn das Kind alle acht Symptome zeigt. Ferner verweigert es Besuche. Das kann soweit gehen, dass das Kind droht, fortzulaufen oder Selbstmord zu begehen wenn es sich zu Besuchen gezwungen fühlt.

 

Elterliches Entfremdungssyndrom: Wie fühlt sich das Kind?

Für ein Kind können sich erhebliche Schäden ergeben, wenn beim PAS nicht interveniert wird. Gardner empfiehlt, das Kind in besonderen Fällen vom bevorzugten Elternteil zu trennen oder es in einem Heim unterzubringen bzw. das Kind der Obhut des abgelehnten Elternteils zu übergeben. Dafür wurde und wird er kritisiert. Denn ob so ein abrupter Einschnitt dem Kind gut tut, ist eine andere Frage. Einige Psychologen bezeichnen das elterliche Entfremdungssyndrom als eine Form von Kindesmisshandlung bzw. emotionalen Kindesmissbrauch durch den initiierenden Elternteil. Die Identitätsbildung ist massiv gestört und das Kind läuft Gefahr, eine gestörte Selbst- und Fremdwahrnehmung zu entwickeln. Zudem kann es Probleme bei der Vertrauensbildung haben. Die Folge können vielfältige psychische Erkrankungen sein, zu denen es auch noch im Erwachsenenalter kommen kann.

 

Hier zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, wie problematisch es sein kann, wenn das Kind in die Schusslinie von Trennungsstreitigkeiten gerät und sogar noch instrumentalisiert wird. Auch wenn Sie Ihren Ex-Partner ablehnen oder vielleicht sogar hassen, sollten Sie den Umgang fördern und Ihrem Kind die Chance geben, seine Mama oder seinen Papa lieben zu dürfen. Ihre Partnerschaftsstreitigkeiten haben Sie zwar getrennt, aber die Liebe zum Kind wird Sie stets verbinden.

 

Wir halten es für wichtig, dass involvierte Eltern darauf angesprochen werden; auch auf ihre diesbezügliche Verantwortung. Allenfalls ist eine Kontaktaufnahme mit dem Amt für Soziale Dienste sinnvoll. (Siehe Kindeswohlgefährdung)

 

 

 

Buchtipp

Das Parental Alienation Syndrom (PAS): Eltern - Kind - Entfremdung in Trennungssituationen

2010, Kerstin Mettig

 

Quellen

PAS – das elterliche Entfremdungssyndrom
Humanes Recht

Kindergeld – wer erhält es bei der Gemeinsamen Obsorge?

Meine Frau und ich wollen uns scheiden lassen. Wir können noch  gut miteinander reden und haben uns schon in allen wesentlichen Punkten geeinigt. Wir haben uns entschieden, unseren 10-jährigen Sohn abwechselnd zu betreuen und zwar so, dass er die Hälfte der Woche bei mir, die andere Hälfte bei meiner Frau wohnt. Wer erhält bei dieser Lösung das Kindergeld?

Bei dem angesprochenen gleichgewichtigen Wechselmodell  stellt sich in der Tat diese Frage. Die Familienausgleichskasse (FAK) zahlt die Kinderzulage demjenigen aus, bei dem es gemeldet ist. Es muss also ein offizieller Wohnsitz benannt werden. Zugleich erhält derjenige, der das Kind an seinem offiziellen Wohnort betreut, auf Antrag auch eine Alleinerziehenden-Zulage. Im Falle eines 50/50-Betreuungsmodelles geht das dann zulasten des anderen Teils, der die Zulagen nicht erhält. Hier solltet ihr das Gespräch suchen und eine angemessene interne Lösung finden.

Reduktion des Kinderunterhaltes möglich?

Ich zahle monatlich Unterhalt für meine beiden Kinder. Wenn diese nun in den Sommerferien, Herbstferien etc. auf Wochenbasis bei mir sind (zB. zwei komplette Wochen im Sommer), darf ich dann den Betrag halbieren resp. ist das gängige Praxis?

Die entscheidende Frage ist, ob die Betreuung des Kindes über das übliche Kontaktecht hinaus erfolgt oder nicht. Üblich ist ein Kontakt von zwei Tagen alle zwei Wochen und vier Ferienwochen, gesamthaft etwa 80 Tage pro Jahr. Wird diese Betreuungszeit überschritten, ist eine Reduktion des Geldunterhaltes gerechtfertigt und zwar mindestens in Höhe von zehn Prozent pro zusätzlichem - über das übliche Mass hinausgehende - wöchentlichem Betreuungstag.

 

In deinem Fall scheint mir, gemäss den mir vorliegenden Angaben, eine Reduktion nicht möglich, das heisst nicht auf dem Rechtsweg durchsetzbar. Ich rate dir, gemeinsam mit der Kindesmutter eine neue Lösung zu verhandeln, bei der ihr eine ausgedehntere Betreuungszeit - mit entsprechenden Konsequenzen für die Unterhaltszahlung – vereinbaren könnt.

Unterhaltszahlung für die exFrau, wie lange ist Pflicht?

Ich habe gehört, dass ich meiner Frau bis zum AHV-Alter Unterhalt zahlen muss. Andere sagen, nur solange die Kinder minderjährig oder bis sie 16 Jahre alt sind. Was ist richtig?

Die Unterhaltsdauer ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Zunächst einmal ist zu prüfen, ob die Frau überhaupt Bedarf an Unterhalt hat, d.h. ob sie unter Beachtung aller Umstände nicht oder nur teilweise in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten (Selbsterhaltungsfähigkeit). Besteht grundsätzlich Unterhaltsbedarf und somit eine Unterhaltszahlungspflicht, sind verschiedene Kriterien massgebend, wie lange Unterhalt zu leisten ist: die Ehedauer, die Lebenssituation beider Partner während der Ehe, Alter, Ausbildung, berufliche Potenziale, Einkommensverhältnisse und Betreuungspflichten, was gemeinsame Kinder angeht als wichtigste Kriterien. Kurzum: alles hängt sehr vom Einzelfall ab, ob und inwieweit Unterhalt gezahlt werden muss.

 

Im persönlichen Gespräch können wir das gerne mit dir genauer betrachten.

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Mitgliederversammlung 2022 - Mo, 29.08.

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