Herzlich willkommen!

 

Die getroffenen Massnahmen fordern uns Menschen besonders heraus. Je länger diese andauern, um so mehr.  Dabei entstehen auch Spannungen und Konflikte.   -   Wir sind da!

 

Die drei Dachorganisationen der Fachleute für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in Deutschland (Bundesforum Männer), Österreich (Dachverband Männerarbeit Österreich) und der Schweiz (männer.ch) haben ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“ herausgegeben. Das Merkblatt formuliert Empfehlungen zum Selbstmanagement, damit Männer gewaltfrei durch die Krise kommen. Es liegt in verschiedenen Sprachen vor und steht hier zum download bereit.

 

Unsere Fachstelle bietet auch in diesen schwierigen Zeiten niederschwellige, kurzfristige und kostenlose Erstberatung an via

Telefon +423 794 94 00.

Persönliche Beratung nehmen wir unter Wahrung des physical distancing mit maximal zwei Personen nach vorheriger Absprache wahr. Gerne stellen wir eine Maske kostenlos zur Verfügung.

 

Sei auch DU da! Nimm mit uns - oder einer anderen Beratungsstelle Kontakt auf, bevor dir alles zuviel wird und du "Hand an legst". Häusliche Gewalt beginnt zumeist mit psychischer Gewalt. In dieser "gelben Phase" kannst du dein weiteres Handeln noch gestalten und lenken. Wir unterstützen dich dabei.

 

Beratungsstellen in Liechtenstein:

 

Fachstelle Männerfragen

Dieses Angebot richtet sich an Männer, Frauen, Kinder als Opfer, TäterIn, Beteiligte, Nachbarn

  • +423 794 94 00     info@maennerfragen.li     facebook     instagram

 

Fachstelle gewaltig.li

Dieses Angebot richtet sich speziell an Männer und Frauen, die gewalttätig waren bzw. befürchten, gewalttätig zu werden

  • +423 791 68 66     gewaltberatung@gewaltig.li

Fragen und Antworten

Was versteht man unter Kindeswohl?

Ich lese immer wieder vom Kindeswohl und habe auch mein Verständnis davon. Was versteht man (Gesellschaft, Gesetzgeber, Gericht, Männerfragen, …) eigentlich darunter und was heisst das für mich als Vater?

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch ABGB hält in § 137b fest:

  1. In allen das minderjährige Kind betreffenden Angelegenheiten, insbesondere der Obsorge und der persönlichen Kontakte, ist das Kindeswohl als leitender Gesichtspunkt zu berücksichtigen.
  2. Bei Beurteilung des Kindeswohls ist insbesondere zu berücksichtigen, inwieweit unter Bedachtnahme auf die Lebensverhältnisse des Kindes, seiner Eltern und seiner sonstigen Umgebung:
    1. dem Kind eine angemessene Versorgung mit Nahrung, medizinischer und sanitärer Betreuung sowie Wohnraum zuteil wird;
    2.  Fürsorge, Geborgenheit und Schutz der körperlichen und seelischen Integrität des Kindes gewährleistet sind sowie die Gefahr vermieden wird, dass es Gewalt erleidet oder an wichtigen Bezugspersonen miterlebt oder dass es rechtswidrig verbracht oder zurückgehalten wird;
    3. eine sorgfältige Erziehung des Kindes sichergestellt ist sowie seine Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten gefördert werden;
    4. das Kind Wertschätzung und Akzeptanz der Eltern erfährt, seine Meinung nach Massgabe seines Verständnisses und seiner Fähigkeit zur Meinungsbildung berücksichtigt wird sowie Beeinträchtigungen, die es durch die Durchsetzung einer Massnahme erleiden könnte, hintangehalten werden;
    5. verlässliche Kontakte und sichere Bindungen des Kindes zu beiden Elternteilen und wichtigen Bezugspersonen gewährleistet sind sowie Loyalitätskonflikte vermieden werden; und die vermögensrechtlichen und sonstigen Ansprüche und Interessen des Kindes gewahrt sind.

 

Das Kindeswohl gilt also als Leitmotiv bei allen wesentlichen Fragen zu Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes. Es ist der Inbegriff aller begünstigenden Lebensumstände, um dem Kind zu einer guten und gesunden Entwicklung zu verhelfen.

 

Das Liechtensteinische (wie auch das Schweizerische) Gesetz bietet keine weiterführende Definition des Kindeswohls. Der Begriff selbst wird in weiteren LI-Gesetzen verwendet, zB. Asylverordnung, Ehegesetz. Dieser somit unbestimmte Rechtsbegriff ist gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen und kann deshalb in der Praxis auch mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden. Das gilt vor allem für eine wertpluralistische Gesellschaft, in welcher den Eltern ein grosser Ermessenspielraum überlassen bleibt, nach welchen ethischen oder religiösen Wertmassstäben sie ihre Kinder erziehen. Es gibt deshalb keine Messlatte zum Abgleich von guter bis schlechter Elternschaft, und darum geht es letztlich auch gar nicht. Entscheidend ist, was für ein Kind aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften in der gegebenen Situation das Beste ist, also welche Lebensbedingungen seiner guten und gesunden Entwicklung am besten dienen.

Härtefallscheidung?!

Das Zusammenleben mit meiner Frau ist unerträglich geworden. Sie hat sich des öfteren ohne meine Zustimmung von meinem Geld bedient, verweigert jede Intimität und hat mich körperlich attakiert. Ich betrachte mich als Härtefall und möchte so schnell wie möglich die Scheidung. Ist das möglich?

Die Latte für eine sog. Härtefallscheidung ist besonders hoch gesetzt worden. In den allermeisten Fällen betrachten die Gerichte es für zumutbar, das Band der Ehe bis zum Ablauf der dreijährigen Trennungsfrist aufrecht zu erhalten. Ausser beide willigen ein.

 

Der Kläger, der sich auf diesem Wege scheiden lassen will, muss eine aussergewöhnliche, von der Gegenseite zu verantwortende Eheverfehlung nachweisen. Die unzumutbare Situation bezieht sich allein auf die Fortdauer des Ehebandes als solches. Wenn sich die unzumutbaren Auswirkungen durch Getrenntleben erheblich vermeiden lassen, ist die Trennungsfrist abzuwarten. Es kommt also stets darauf an, ob sich die behaupteten unzumutbaren Zustände auch bei einer faktischen Trennung fortsetzen würden. Nur in diesem Fall hätte ein derartiges Scheidungsbegehren Aussicht auf Erfolg.

Wegzug mit dem Kind ins Ausland!

Meine Frau und ich möchten uns scheiden lassen. Da sie Schweizerin ist, hat sie die Absicht, wieder in ihre Heimat zu ziehen, allerdings nicht in Grenznähe. Dadurch kann ich mein Kind voraussichtlich weniger sehen. Kann sie dies ohne meine Zustimmung tun und das Kind am neuen Wohnort anmelden?

Grundsätzlich: Nein. Es sei denn, es gibt eine entsprechende Gerichtsentscheidung oder deine ausdrückliche Zustimmung. Die Praxis in der Schweiz ist, was die Meldung betrifft, uneinheitlich.

In manchen Kantonen wrid durch Formulare geprüft, ob der andere Elternteil seine Zustimmung erteilt hat. Ist dem nicht so, erhält das Kind keine Wohnsitzberechtigung und behält seinen ursprünglichen Wohnsitz in Liechtenstein. Andernorts in der Schweiz prüft die Wegzugsgemeinde, ob der andere Elternteil dem Wohnsitzwechsel zustimmt.

Generell ist im Konfliktfall bei beabsichtigtem Wegzug ins Ausland zu empfehlen, bei der Einwohnerkontrolle/Meldebhörde des jeweiligen neuen Wohnortes die Frage abzuklären.

Alleinige Obsorge: Kann sie alles entscheiden?

Meine ex-Frau hat das alleinige Sorgerecht für unseren 6-jährigen Sohn. Kann ich in bestimmten Fällen dennoch mitentscheiden oder trifft sie sämtliche Entscheidungen allein?

Der nicht sorgeberechtigte Elternteil hat ein Informations- und Äusserungsrecht. Deine ex-Frau hat dich über alle wichtigen Angelegenheiten und Entwicklungen deines Kindes frühzeitig zu informieren (zB. Schul- oder Wohnortswechsel, Krankheiten, Vermögensangelegenheiten). Allerdings kannst du für den Zeitraum, in welchem euer Sohn bei sich bei dir befindet, alltägliche Entscheidungen ohne Mitwirken der Mutter treffen (Ernährung, Ruhezeiten, ...) Weiters kannst du in Notfällen entscheiden, etwa wenn das Kind dringend ärztlich behandelt werden muss. Bitte informiere die Mutter in solchen Fällen unverzüglich.

Was ist aufzuteilen bei Scheidung?

Währen der Ehe haben wir auf meinem Grundstück ein Haus errichtet, das mit Hypotheken von CHF 400'000.-- belastet war. Ausserdem besteht unser Vermögen aus zwei Sparkonten und zwei Autos. Das Haus soll in meinem Eigentum bleiben. Was ist nun im Rahmen der Scheidung aufzuteilen?

Der Aufteilung unterliegen jene Vermögenswerte, die die Ehepartner während aufrechter Ehe geschaffen haben. Dabei muss es sich um einen Wertzuwachs im Vermögen eines der Ehegatten handeln. Kriterium des Wertzuwachses ist jedenfalls der objektive Wert (Verkehrswert) des Hauses, nach Abzug der noch darauf haftenden Hypotheken. Die Sparkonti sowie die Autos können jeweils einer Seite zugewiesen werden, so dass sich auf beiden Seiten Vermögenswerte gegenüberstehen. Die Differenz soll so aufgeteilt werden, dass eine Ausgleichszahlung zu leisten ist: Die Rechtssprechung betont dabei, dass eine solche nicht mathematisch genau berechnet werden sollte, sondern unter Billigkeitsaspekten mit einem Pauschalbetrag zu bemessen ist.

Schliesslich sei noch erwähnt, dass eine Aufteilung des ehelichen Vermögenszuwachses im Scheidungsverfahren nur dann stattfindet, wenn eine Seite die Aufteilung erfordert.

Mediation vor Scheidung sinnvoll?

Wir überlegen uns zu trennen, möchten aber nicht sofort eine Scheidung einreichen. Viele Fragen wie Vermögen oder Betreuung unserer Kinder sind noch ungeklärt. Was spricht für eine Mediation und was kostet sie?

Eine Mediation hilft auf jeden Fall, eine Konfliktsituation zu entschärfen. Sind viele rechtliche Aspekte zu klären, sollte vorher eine qualifizierte Rechtsberatung stattfinden. Wir bieten euch eine solche gerne kostenlos an.

 

Mit Hilfe einer qualifizierten Fachperson in Mediation können praxisnahe und ausbalancierte Lösungen entwickelt werden, um alte Streitmuster abzustellen und neue Denkmuster und Sichtweisen zu finden. Neben der Konfliktklärung soll die Mediation mit ihren Methoden darauf hinwirken, eure Kommunikationsfähigkeiten auszubauen, was letztlich auch euren Kindern zugute kommt.

 

Die Kosten sind im Vergleich zu den Kosten bei einer Auseinandersetzung vor Gericht bescheiden. Je nach Qualifikation der Fachperson ist mit einem Stundensatz von CHF 150.- bis CHF 400.- zu rechnen.

 

Wir können euch auch eine kostengünstigere zu CHF 80.- vermitteln. In einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch könnten wir abklären, ob für eure spezifische Interessenslage eine Mediation geeignet ist.

Nach Scheidung: Wie versteuern?

Wie wirkt sich eine Scheidung auf unsere Steuersituation aus?

Nach einer Scheidung sind die beiden ex-Partner wieder als einzelne Steuerzahlende zu betrachten. Das heisst, dass ab dem Jahr, in dem die Scheidung rechtskräftig vollzogen ist, jeder eine separate Steuererklärung bei seiner Wohnsitzgemeinde einzureichen hat. Dabei sind Unterhaltsleistungen beim unterhaltsverpflichteten Elternteil als Abzug und beim unterhaltsberechtigten Elternteil als Einkommen zu deklarieren.

Nächste Veranstaltungen

25.03.2022 Vater sein kann man nicht von Müttern lernen - Vortrag

19.00 Uhr, Haus Gutenberg, Balzers

26.03.2022 Vater sein kann man nicht von Müttern lernen - Seminar

09.00 Uhr, Haus Gutenberg, Balzers

News

Studie "Jungs & Sex"

Heute laden wir junge Männer ein, online an der Studie «Jungs und Sex» teilzunehmen. Bist du 18-25? Mach mit! Hast du Bekannte? Leite es ihnen weiter! Dankeschön.

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Die Kunst, ein gelassener Vater und Partner zu sein

Die Veranstaltung war wirklich interessant. Vielen Dank allen Teilnehmenden sowie dem Vaterland und Volksblatt für die Publikation des Artikels.

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