Herzlich willkommen!

 

Die getroffenen Massnahmen fordern uns Menschen besonders heraus. Je länger diese andauern, um so mehr.  Dabei entstehen auch Spannungen und Konflikte.   -   Wir sind da!

 

Die drei Dachorganisationen der Fachleute für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in Deutschland (Bundesforum Männer), Österreich (Dachverband Männerarbeit Österreich) und der Schweiz (männer.ch) haben am 25. März ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“ herausgegeben. Das Merkblatt formuliert Empfehlungen zum Selbstmanagement, damit Männer gewaltfrei durch die Krise kommen. Es liegt bereits in 11 Sprachen vor. Weitere sechs werden folgen (Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi / Dari, Tigrinya und Tamilisch). Alle Merkblätter stehen hier zum download bereit.

 

Unsere Fachstelle bietet auch in diesen schwierigen Zeiten niederschwellige, kurzfristige und kostenlose Erstberatung an via

Telefon +423 794 94 00     

Persönliche Beratung nehmen wir unter Wahrung des physical distancing mit maximal zwei Personen nach vorheriger Absprache wahr.

 

Sei auch DU da! Nimm mit uns - oder einer anderen Beratungsstelle Kontakt auf, bevor dir alles zuviel wird und du "Hand an legst". Häusliche Gewalt beginnt zumeist mit psychischer Gewalt. In dieser "gelben Phase" kannst du dein weiteres Handeln noch gestalten und lenken. Wir unterstützen dich dabei.

 

Beratungsstellen in Liechtenstein:

 

Fachstelle Männerfragen

Dieses Angebot richtet sich an Männer, Frauen, Kinder als Opfer, TäterIn, Beteiligte, Nachbarn

  • +423 794 94 00     info@maennerfragen.li     facebook     instagram

 

Fachstelle gewaltig.li

Dieses Angebot richtet sich speziell an Männer und Frauen, die gewalttätig waren bzw. befürchten, gewalttätig zu werden

  • +423 791 68 66     gewaltberatung@gewaltig.li

 

 

Herzlichen Dank dem WINGERTESEL und dem Fussballclub Schaan :) !!!

Anlässlich dem 11.11.2019 überreichten drei "Wingertesel" MitgestalterInnen dem Vorstand des Vereines für Männerfragen eine Spende in Höhe von CHF 1'111. Wir danken den drei Frauen, dem gesamten Wingertesel-Team und dem FC Schaan sehr für diesen finanziellen Beitrag und die damit verbundene öffentliche Wertschätzung!

Fragen und Antworten

Reduktion des Kinderunterhaltes möglich?

Ich zahle monatlich Unterhalt für meine beiden Kinder. Wenn diese nun in den Sommerferien, Herbstferien etc. auf Wochenbasis bei mir sind (zB. zwei komplette Wochen im Sommer), darf ich dann den Betrag halbieren resp. ist das gängige Praxis?

Die entscheidende Frage ist, ob die Betreuung des Kindes über das übliche Kontaktecht hinaus erfolgt oder nicht. Üblich ist ein Kontakt von zwei Tagen alle zwei Wochen und vier Ferienwochen, gesamthaft etwa 80 Tage pro Jahr. Wird diese Betreuungszeit überschritten, ist eine Reduktion des Geldunterhaltes gerechtfertigt und zwar mindestens in Höhe von zehn Prozent pro zusätzlichem - über das übliche Mass hinausgehende - wöchentlichem Betreuungstag.

 

In deinem Fall scheint mir, gemäss den mir vorliegenden Angaben, eine Reduktion nicht möglich, das heisst nicht auf dem Rechtsweg durchsetzbar. Ich rate dir, gemeinsam mit der Kindesmutter eine neue Lösung zu verhandeln, bei der ihr eine ausgedehntere Betreuungszeit - mit entsprechenden Konsequenzen für die Unterhaltszahlung – vereinbaren könnt.

Wegzug mit dem Kind ins Ausland!

Meine Frau und ich möchten uns scheiden lassen. Da sie Schweizerin ist, hat sie die Absicht, wieder in ihre Heimat zu ziehen, allerdings nicht in Grenznähe. Dadurch kann ich mein Kind voraussichtlich weniger sehen. Kann sie dies ohne meine Zustimmung tun und das Kind am neuen Wohnort anmelden?

Grundsätzlich: Nein. Es sei denn, es gibt eine entsprechende Gerichtsentscheidung oder deine ausdrückliche Zustimmung. Die Praxis in der Schweiz ist, was die Meldung betrifft, uneinheitlich.

In manchen Kantonen wrid durch Formulare geprüft, ob der andere Elternteil seine Zustimmung erteilt hat. Ist dem nicht so, erhält das Kind keine Wohnsitzberechtigung und behält seinen ursprünglichen Wohnsitz in Liechtenstein. Andernorts in der Schweiz prüft die Wegzugsgemeinde, ob der andere Elternteil dem Wohnsitzwechsel zustimmt.

Generell ist im Konfliktfall bei beabsichtigtem Wegzug ins Ausland zu empfehlen, bei der Einwohnerkontrolle/Meldebhörde des jeweiligen neuen Wohnortes die Frage abzuklären.

Ex-Partnerin lässt den Kontakt zum Kind nicht zu

Meine ex-Partnerin – wir waren nicht verheiratet – ist seit einem Jahr in die Schweiz gezogen und hat das alleinige Sorgerecht für unseren 2-jährigen Sohn. Leider verweigert sie eine schriftliche fixe Kontaktregelung und lässt mich den Kleinen nur hin und wieder sehen. Einen Besuch bei mir in unserer früheren Wohnung lehnt sie komplett ab, da es das Kind nur „irritieren“ würde. Was kann ich in diesem Fall tun?

Das Kind braucht für seine natürliche Entwicklung beide Elternteile. Das Kontaktrecht ist ein Grundrecht der Eltern-Kind-Beziehung. Wo es nicht ausgeübt wird bzw. nicht werden kann, wird es früher oder später zu einer Entfremdung führen. Die blosse Befürchtung einer Irritation reicht nicht aus, um den Kontakt zu versagen. Sollte sie in diesem Punkt dir als Vater nicht entgegenkommen, solltest du die zuständigen Behörden einschalten (die Gerichte, in der Schweiz ist in solchen Fällen eine spezielle Kinderschutzbehörde, das KESB zuständig).

Mediation vor Scheidung sinnvoll?

Wir überlegen uns zu trennen, möchten aber nicht sofort eine Scheidung einreichen. Viele Fragen wie Vermögen oder Betreuung unserer Kinder sind noch ungeklärt. Was spricht für eine Mediation und was kostet sie?

Eine Mediation hilft auf jeden Fall, eine Konfliktsituation zu entschärfen. Sind viele rechtliche Aspekte zu klären, sollte vorher eine qualifizierte Rechtsberatung stattfinden. Wir bieten euch eine solche gerne kostenlos an.

 

Mit Hilfe einer qualifizierten Fachperson in Mediation können praxisnahe und ausbalancierte Lösungen entwickelt werden, um alte Streitmuster abzustellen und neue Denkmuster und Sichtweisen zu finden. Neben der Konfliktklärung soll die Mediation mit ihren Methoden darauf hinwirken, eure Kommunikationsfähigkeiten auszubauen, was letztlich auch euren Kindern zugute kommt.

 

Die Kosten sind im Vergleich zu den Kosten bei einer Auseinandersetzung vor Gericht bescheiden. Je nach Qualifikation der Fachperson ist mit einem Stundensatz von CHF 150.- bis CHF 400.- zu rechnen.

 

Wir können euch auch eine kostengünstigere zu CHF 80.- vermitteln. In einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch könnten wir abklären, ob für eure spezifische Interessenslage eine Mediation geeignet ist.

Studiumswechsel, muss ich das finanzieren?

Mein 22-jähriger Sohn studiert im dritten Semester Medizin, möchte jetzt aber wechseln, um Biologie zu studieren und später Lehrer werden. Muss ich diesen Wechsel so hinnehmen und auch über das 25. Lebensjahr hinaus das neue Studium ganz bezahlen?

Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Unterhaltspflicht auf das 25. Lebensjahr. So wie die Dinge hier liegen, hat dein Sohn offenbar noch relativ früh erkannt, dass ihm Medizin nicht liegt und ernsthaft beschlossen, die Studienrichtung zu wechseln. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass das neue Studium mit entsprechendem Einsatz begonnen und erfolgreich betrieben wird. Wenn die Eltern wirtschaftlich dazu in der Lage sind und der Studienwechsel eine sinnvolle Perspektive für die berufliche Zukunft  des Kindes bietet, haben sie das Studium auch über die volle Länge weiter zu finanzieren. Allerdings können sie vom Kind einen Eigenbeitrag verlangen, soweit dies zumutbar ist. Beispielsweise durch Ferial-Jobs.

Eltern-Entfremdungssyndrom – was ist das?

Letzthin sassen wir in einer Gruppe zusammen und diskutierten Probleme nach einer Scheidung. Ein Freund berichtete, dass seine Kinder ihm entfremdet würden und dass es dazu sogar den Begriff „Elternentfremdungssyndrom“ gäbe. Wisst ihr da mehr dazu?

Ja, das gibt es tatsächlich … und leider auch bei uns in Liechtenstein. Der Begriff Eltern-Entfremdungssyndrom entstammt dem englischen Parental Alienation Syndrome, abgekürzt PAS.

 

Nach der elterlichen Trennung kann es in unglücklichen Fällen zu einer Entfremdung zwischen einem Elternteil und seinem Kind kommen. Diese Entfremdung wird als elterliches Entfremdungssyndrom bzw. Parental Alienation Syndrome (PAS) bezeichnet. Der amerikanische Kinderpsychiater Richard Gardner beschrieb bereits 1985 diese kindliche Störung: Das Kind hat ein so negatives Bild von einem Elternteil, dass es ihn dauerhaft und zu Unrecht abwertet und beleidigt. Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein.

 

Symptome des elterlichen Entfremdungssyndroms

Im Rahmen von Sorgerechtsstreitigkeiten kann laut Gardner der betreuende Elternteil bewusst oder unbewusst so negativ auf das Kind einwirken, dass PAS entstehen kann. Daneben hat das Kind den Wunsch, den anderen Elternteil herabzusetzen. Das elterliche Entfremdungssyndrom äußert sich in diesen acht Symptomen: Das Kind hasst einen Elternteil und wertet ihn sowie dessen Familie und Freunde ab. Es hat keine Schuldgefühle bezüglich seines Verhaltens. Die Begründung für diesen Hass ist schwach bzw. absurd. Es fehlt die übliche Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil und das Kind besteht darauf, dass die Ablehnung alleine seine Entscheidung war. Daneben unterstützt es stark den bevorzugten Elternteil während juristischer Streitigkeiten. Das Kind eignet sich typische Redewendungen des bevorzugten Elternteils an.

 

Die drei Stufen der Eltern-Kind-Entfremdung

PAS kann schwach, mittel oder stark ausgeprägt sein. Es kommt darauf an, welche der acht Symptome vorliegen und in welcher Schwere sie auftreten. Eine schwache Entfremdung liegt vor, wenn das Kind zwar eine ablehnende Einstellung gegenüber dem getrennt lebenden Elternteil hat, aber dennoch Besuche zulässt. Bei der mittleren Stufe des PAS verspürt der getrennt lebende Elternteil eine größere Abneigung und Besuche werden abgelehnt. Eine schwere Entfremdung liegt dann vor, wenn das Kind alle acht Symptome zeigt. Ferner verweigert es Besuche. Das kann soweit gehen, dass das Kind droht, fortzulaufen oder Selbstmord zu begehen wenn es sich zu Besuchen gezwungen fühlt.

 

Elterliches Entfremdungssyndrom: Wie fühlt sich das Kind?

Für ein Kind können sich erhebliche Schäden ergeben, wenn beim PAS nicht interveniert wird. Gardner empfiehlt, das Kind in besonderen Fällen vom bevorzugten Elternteil zu trennen oder es in einem Heim unterzubringen bzw. das Kind der Obhut des abgelehnten Elternteils zu übergeben. Dafür wurde und wird er kritisiert. Denn ob so ein abrupter Einschnitt dem Kind gut tut, ist eine andere Frage. Einige Psychologen bezeichnen das elterliche Entfremdungssyndrom als eine Form von Kindesmisshandlung bzw. emotionalen Kindesmissbrauch durch den initiierenden Elternteil. Die Identitätsbildung ist massiv gestört und das Kind läuft Gefahr, eine gestörte Selbst- und Fremdwahrnehmung zu entwickeln. Zudem kann es Probleme bei der Vertrauensbildung haben. Die Folge können vielfältige psychische Erkrankungen sein, zu denen es auch noch im Erwachsenenalter kommen kann.

 

Hier zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, wie problematisch es sein kann, wenn das Kind in die Schusslinie von Trennungsstreitigkeiten gerät und sogar noch instrumentalisiert wird. Auch wenn Sie Ihren Ex-Partner ablehnen oder vielleicht sogar hassen, sollten Sie den Umgang fördern und Ihrem Kind die Chance geben, seine Mama oder seinen Papa lieben zu dürfen. Ihre Partnerschaftsstreitigkeiten haben Sie zwar getrennt, aber die Liebe zum Kind wird Sie stets verbinden.

 

Wir halten es für wichtig, dass involvierte Eltern darauf angesprochen werden; auch auf ihre diesbezügliche Verantwortung. Allenfalls ist eine Kontaktaufnahme mit dem Amt für Soziale Dienste sinnvoll. (Siehe Kindeswohlgefährdung)

 

 

 

Buchtipp

Das Parental Alienation Syndrom (PAS): Eltern - Kind - Entfremdung in Trennungssituationen

2010, Kerstin Mettig

 

Quellen

PAS – das elterliche Entfremdungssyndrom
Humanes Recht

Kann eine Anwaltsvollmacht entzogen werden?

Ich habe im Scheidungsverfahren einen Anwalt beauftragt, bin aber nicht zufrieden mit seiner Vertretung. Kann ich ihm einfach so die Vollmacht entziehen und den Anwalt wechseln?

Wenn du als Klient mit der Leistung des Anwalts nicht zufrieden bist, kann ihm die Vollmacht entzogen werden. Das solltest du am besten schriftlich mitteilen. Er darf dann nicht mehr für dich einschreiten und muss dem Gericht gegenüber die Beendigung des Mandats bekanntgeben.

 

Es ist das gute Recht eines Klienten, wenn das Vertrauen in den Anwalt verloren geht oder die «Chemie» einfach nicht stimmt, einen Wechsel vorzunehmen.

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