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Vorstand und Mitarbeitende

Fragen und Antworten

Traditionelles Betreuungsmodell oder Wechselmodell?

Ich stehe kurz vor der Scheidung, wir haben 2 Kinder (3 und 8 Jahre alt). Mit meiner Frau diskutiere ich noch, ob wir uns bei der Betreuung auf ein Wechselmodell (im wöchentlichen Wechsel) oder auf ein normales Modell festlegen sollen. Wichtig ist uns natürlich, dass sich die Kinder dabei wohlfühlen. Welches Betreuungsmodell ist für die Kinder besser?

Grundsätzlich habt ihr einen weiten Gestaltungsspielraum, keines der Modelle weist nur Vorteile oder Nachteile auf. Beim Wechselmodell bleiben beide Elternteile in etwa gleich stark in der Aufgabenteilung  für ihre Kinder. Dass enge Eltern-Kind-Beziehungen zwischen den Kindern und beiden Elternteilen aufrechterhalten werden und die Eltern im Vergleich zu alleinerziehenden Elternteilen entlastet werden, spricht  vor allem für das Wechselmodell.

Andererseits gibt es für die Kinder dann keinen eindeutigen Lebensmittelpunkt mehr, was eher für ein Modell mit überwiegender Betreuung durch ein Elternteil spricht. Optimal wäre, wenn das bisherige gewohnte Umfeld auch bei einem wöchentlichen Wechsel erhalten bleibt (Grosseltern, Kindergarten, Schule etc.) oder in kurzer Distanz erreichbar ist. Die Kinder sollten mit zunehmendem Alter über die eigene Zeit bestimmen können. Als Eltern müsst ihr ein hohes Mass an Kooperationsbereitschaft und Flexibilität aufbringen, damit das Modell funktioniert. Erfahrungen aus dem In- und Ausland haben gezeigt, dass die Kinder mit der Betreuung im Wechselmodell gut zurechtkommen.

Kompliment, dass sich eure Kinder wohlfühlen dürfen und ihre Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt werden.

Wie lange bezahle ich Kindesunterhalt?

Ich bin geschieden und habe drei Kinder. Die älteste Tochter schliesst diesen Sommer ihre Lehre ab. Wie lange muss ich für sie Kindesunterhalt bezahlen?


Grundsätzlich bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit, also bis sie die Lehre abgeschlossen und eine Anstellung gefunden hat. Details findest du unter https://www.maennerfragen.li/Portal/UserFiles/files/eRatgeber/T%20%26%20S%20-%20Vorlagen/15-18%20VfM%20e-R%20TS%204_Unterhalt.pdf
 
Sollte sie eine weitere Ausbildung anschliessen, müsste sie mit dir ausmachen ob und wieviel du ihr direkt bezahlst.
 

Studiumswechsel, muss ich das finanzieren?

Mein 22-jähriger Sohn studiert im dritten Semester Medizin, möchte jetzt aber wechseln, um Biologie zu studieren und später Lehrer werden. Muss ich diesen Wechsel so hinnehmen und auch über das 25. Lebensjahr hinaus das neue Studium ganz bezahlen?

Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Unterhaltspflicht auf das 25. Lebensjahr. So wie die Dinge hier liegen, hat dein Sohn offenbar noch relativ früh erkannt, dass ihm Medizin nicht liegt und ernsthaft beschlossen, die Studienrichtung zu wechseln. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass das neue Studium mit entsprechendem Einsatz begonnen und erfolgreich betrieben wird. Wenn die Eltern wirtschaftlich dazu in der Lage sind und der Studienwechsel eine sinnvolle Perspektive für die berufliche Zukunft  des Kindes bietet, haben sie das Studium auch über die volle Länge weiter zu finanzieren. Allerdings können sie vom Kind einen Eigenbeitrag verlangen, soweit dies zumutbar ist. Beispielsweise durch Ferial-Jobs.

Sind die Prozentzahlen beim Kindesunterhalt gesetzlich?

Im Zusammenhang mit den Unterhaltszahlungen (Ehegattin & Kinder) werden überall diese Prozentzahlen verwendet. Sind die gesetzlich festgeschrieben? Ich habe nichts gefunden.

Nein, sie sind gesetzlich nicht festgeschrieben. Sie haben sich in der Praxis entwickelt und stellen zumeist eine gute Versorgung der Mutter und Kinder dar. Für den Vater ist die Zahlung der entsprechenden Beträge nicht selten schwierig, da es ihn an die Existenzgrenzen bringen kann. Die Ehegatten können auch ausserhalb dieser Prozentzahlen eine Einigkeit treffen.

Freundin zieht aus gemeinsamer Wohnung; wer bezahlt die Miete?

Ich habe mit meiner Freundin gemeinsam in einer 3-Zimmer-Wohnung gelebt. Der Mietvertrag war auf 3 Jahre befristet und  läuft auf mich. Nun hat sich meine Freundin von mir getrennt und ist ausgezogen. Ich müsste noch 9 Monate Miete zahlen bis zum Vertragsende ? Muss ich alleine dafür gerade stehen?

Da kein gemeinsamer (Haupt-) Mietvertrag vorliegt, haftest du alleine für die Restmiete gegenüber dem Vermieter. Anders wäre der Fall, wenn ihr gemeinsam die Wohnung gemietet hättet, dann haftet ihr zusammen (solidarisch) für die Bezahlung des Mietzinses. Aber auch in diesem Fall kann sich der Vermieter allein an dich halten.

 

Geht man davon aus, dass deine Freundin sich bisher an den Kosten der Miete beteiligt hat, liegt ein Untermietverhältnis vor. Dies berechtigt dich, im Innenverhältnis von ihr die Hälfte oder den vereinbarten Anteil  bis zur Beendigung des Mietvertrages einzufordern.

Meine ex-Frau lebt mit einem neuen Partner zusammen, muss ich weiterhin zahlen?

Ich habe gehört, dass bei einer Wiederverheiratung die Unterhaltspflicht für die ex-Frau entfällt. Meine wohnt mit unserer gemeinsamen Tochter seit wenigen Monaten bei ihrem neuen Partner. Muss ich in diesem Fall weiterhin den vom Gericht festgelegten Unterhalt zahlen, und wenn nicht, kann ich sofort meine Zahlungen einstellen ?

Bei einer neuen Lebensgemeinschaft erlischt der Unterhalt nicht automatisch wie bei einer Wiederverheiratung. Die Juristen sagen, der Unterhalt „ruht“ und zwar solange, wie die Lebensgemeinschaft besteht. Ob eine Lebensgemeinschaft besteht, ist stets nach den konkreten Umständen zu beurteilen. Wenn die Absicht besteht, die neue Partnerschaft auf Dauer zu führen (eventuell später zu heiraten); die Partner Tisch und Bett teilen und sich auch finanziell unterstützen, ist eine Lebensgemeinschaft anzunehmen. Dann könntest du den Unterhalt sofort stoppen und bei Uneinigkeit den Rechtsweg beschreiten.

Was du auf jeden Fall schon heute machen kannst, ist mit deiner ex-Frau zu sprechen. Stehst du beispielsweise in einem finanziellen Engpass und sie erfährt das, willigt sie vielleicht auch so ein. Ihr könnt beispielsweise auch vereinbaren, dass du die Unterhaltszahlung wieder erhöhst, sollten sie sich wieder trennen.

Kann eine Anwaltsvollmacht entzogen werden?

Ich habe im Scheidungsverfahren einen Anwalt beauftragt, bin aber nicht zufrieden mit seiner Vertretung. Kann ich ihm einfach so die Vollmacht entziehen und den Anwalt wechseln?

Wenn du als Klient mit der Leistung des Anwalts nicht zufrieden bist, kann ihm die Vollmacht entzogen werden. Das solltest du am besten schriftlich mitteilen. Er darf dann nicht mehr für dich einschreiten und muss dem Gericht gegenüber die Beendigung des Mandats bekanntgeben.

 

Es ist das gute Recht eines Klienten, wenn das Vertrauen in den Anwalt verloren geht oder die «Chemie» einfach nicht stimmt, einen Wechsel vorzunehmen.

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