Herzlich willkommen!

Unser aktuelles Projekt ist der VATERCRASHKURS.

Im Land unterwegs mit Werbung auf dem limefarbenen LIEmobil Bus Nr. 57      :-)

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Wir wünschen allen frischgebackenen und werdenden Vätern eine Teilnahme für eine erfolgreiche Balance zwischen Beruf und Familie.

Fragen und Antworten

Was ist aufzuteilen bei Scheidung?

Währen der Ehe haben wir auf meinem Grundstück ein Haus errichtet, das mit Hypotheken von CHF 400'000.-- belastet war. Ausserdem besteht unser Vermögen aus zwei Sparkonten und zwei Autos. Das Haus soll in meinem Eigentum bleiben. Was ist nun im Rahmen der Scheidung aufzuteilen?

Der Aufteilung unterliegen jene Vermögenswerte, die die Ehepartner während aufrechter Ehe geschaffen haben. Dabei muss es sich um einen Wertzuwachs im Vermögen eines der Ehegatten handeln. Kriterium des Wertzuwachses ist jedenfalls der objektive Wert (Verkehrswert) des Hauses, nach Abzug der noch darauf haftenden Hypotheken. Die Sparkonti sowie die Autos können jeweils einer Seite zugewiesen werden, so dass sich auf beiden Seiten Vermögenswerte gegenüberstehen. Die Differenz soll so aufgeteilt werden, dass eine Ausgleichszahlung zu leisten ist: Die Rechtssprechung betont dabei, dass eine solche nicht mathematisch genau berechnet werden sollte, sondern unter Billigkeitsaspekten mit einem Pauschalbetrag zu bemessen ist.

Schliesslich sei noch erwähnt, dass eine Aufteilung des ehelichen Vermögenszuwachses im Scheidungsverfahren nur dann stattfindet, wenn eine Seite die Aufteilung erfordert.

Meine ex-Frau lebt mit einem neuen Partner zusammen, muss ich weiterhin zahlen?

Ich habe gehört, dass bei einer Wiederverheiratung die Unterhaltspflicht für die ex-Frau entfällt. Meine wohnt mit unserer gemeinsamen Tochter seit wenigen Monaten bei ihrem neuen Partner. Muss ich in diesem Fall weiterhin den vom Gericht festgelegten Unterhalt zahlen, und wenn nicht, kann ich sofort meine Zahlungen einstellen ?

Bei einer neuen Lebensgemeinschaft erlischt der Unterhalt nicht automatisch wie bei einer Wiederverheiratung. Die Juristen sagen, der Unterhalt „ruht“ und zwar solange, wie die Lebensgemeinschaft besteht. Ob eine Lebensgemeinschaft besteht, ist stets nach den konkreten Umständen zu beurteilen. Wenn die Absicht besteht, die neue Partnerschaft auf Dauer zu führen (eventuell später zu heiraten); die Partner Tisch und Bett teilen und sich auch finanziell unterstützen, ist eine Lebensgemeinschaft anzunehmen. Dann könntest du den Unterhalt sofort stoppen und bei Uneinigkeit den Rechtsweg beschreiten.

Was du auf jeden Fall schon heute machen kannst, ist mit deiner ex-Frau zu sprechen. Stehst du beispielsweise in einem finanziellen Engpass und sie erfährt das, willigt sie vielleicht auch so ein. Ihr könnt beispielsweise auch vereinbaren, dass du die Unterhaltszahlung wieder erhöhst, sollten sie sich wieder trennen.

Was versteht man unter Kindeswohl?

Ich lese immer wieder vom Kindeswohl und habe auch mein Verständnis davon. Was versteht man (Gesellschaft, Gesetzgeber, Gericht, Männerfragen, …) eigentlich darunter und was heisst das für mich als Vater?

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch ABGB hält in § 137b fest:

  1. In allen das minderjährige Kind betreffenden Angelegenheiten, insbesondere der Obsorge und der persönlichen Kontakte, ist das Kindeswohl als leitender Gesichtspunkt zu berücksichtigen.
  2. Bei Beurteilung des Kindeswohls ist insbesondere zu berücksichtigen, inwieweit unter Bedachtnahme auf die Lebensverhältnisse des Kindes, seiner Eltern und seiner sonstigen Umgebung:
    1. dem Kind eine angemessene Versorgung mit Nahrung, medizinischer und sanitärer Betreuung sowie Wohnraum zuteil wird;
    2.  Fürsorge, Geborgenheit und Schutz der körperlichen und seelischen Integrität des Kindes gewährleistet sind sowie die Gefahr vermieden wird, dass es Gewalt erleidet oder an wichtigen Bezugspersonen miterlebt oder dass es rechtswidrig verbracht oder zurückgehalten wird;
    3. eine sorgfältige Erziehung des Kindes sichergestellt ist sowie seine Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten gefördert werden;
    4. das Kind Wertschätzung und Akzeptanz der Eltern erfährt, seine Meinung nach Massgabe seines Verständnisses und seiner Fähigkeit zur Meinungsbildung berücksichtigt wird sowie Beeinträchtigungen, die es durch die Durchsetzung einer Massnahme erleiden könnte, hintangehalten werden;
    5. verlässliche Kontakte und sichere Bindungen des Kindes zu beiden Elternteilen und wichtigen Bezugspersonen gewährleistet sind sowie Loyalitätskonflikte vermieden werden; und die vermögensrechtlichen und sonstigen Ansprüche und Interessen des Kindes gewahrt sind.

 

Das Kindeswohl gilt also als Leitmotiv bei allen wesentlichen Fragen zu Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes. Es ist der Inbegriff aller begünstigenden Lebensumstände, um dem Kind zu einer guten und gesunden Entwicklung zu verhelfen.

 

Das Liechtensteinische (wie auch das Schweizerische) Gesetz bietet keine weiterführende Definition des Kindeswohls. Der Begriff selbst wird in weiteren LI-Gesetzen verwendet, zB. Asylverordnung, Ehegesetz. Dieser somit unbestimmte Rechtsbegriff ist gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen und kann deshalb in der Praxis auch mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden. Das gilt vor allem für eine wertpluralistische Gesellschaft, in welcher den Eltern ein grosser Ermessenspielraum überlassen bleibt, nach welchen ethischen oder religiösen Wertmassstäben sie ihre Kinder erziehen. Es gibt deshalb keine Messlatte zum Abgleich von guter bis schlechter Elternschaft, und darum geht es letztlich auch gar nicht. Entscheidend ist, was für ein Kind aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften in der gegebenen Situation das Beste ist, also welche Lebensbedingungen seiner guten und gesunden Entwicklung am besten dienen.

Freundin zieht aus gemeinsamer Wohnung; wer bezahlt die Miete?

Ich habe mit meiner Freundin gemeinsam in einer 3-Zimmer-Wohnung gelebt. Der Mietvertrag war auf 3 Jahre befristet und  läuft auf mich. Nun hat sich meine Freundin von mir getrennt und ist ausgezogen. Ich müsste noch 9 Monate Miete zahlen bis zum Vertragsende ? Muss ich alleine dafür gerade stehen?

Da kein gemeinsamer (Haupt-) Mietvertrag vorliegt, haftest du alleine für die Restmiete gegenüber dem Vermieter. Anders wäre der Fall, wenn ihr gemeinsam die Wohnung gemietet hättet, dann haftet ihr zusammen (solidarisch) für die Bezahlung des Mietzinses. Aber auch in diesem Fall kann sich der Vermieter allein an dich halten.

 

Geht man davon aus, dass deine Freundin sich bisher an den Kosten der Miete beteiligt hat, liegt ein Untermietverhältnis vor. Dies berechtigt dich, im Innenverhältnis von ihr die Hälfte oder den vereinbarten Anteil  bis zur Beendigung des Mietvertrages einzufordern.

Mediation vor Scheidung sinnvoll?

Wir überlegen uns zu trennen, möchten aber nicht sofort eine Scheidung einreichen. Viele Fragen wie Vermögen oder Betreuung unserer Kinder sind noch ungeklärt. Was spricht für eine Mediation und was kostet sie?

Eine Mediation hilft auf jeden Fall, eine Konfliktsituation zu entschärfen. Sind viele rechtliche Aspekte zu klären, sollte vorher eine qualifizierte Rechtsberatung stattfinden. Wir bieten euch eine solche gerne kostenlos an.

 

Mit Hilfe einer qualifizierten Fachperson in Mediation können praxisnahe und ausbalancierte Lösungen entwickelt werden, um alte Streitmuster abzustellen und neue Denkmuster und Sichtweisen zu finden. Neben der Konfliktklärung soll die Mediation mit ihren Methoden darauf hinwirken, eure Kommunikationsfähigkeiten auszubauen, was letztlich auch euren Kindern zugute kommt.

 

Die Kosten sind im Vergleich zu den Kosten bei einer Auseinandersetzung vor Gericht bescheiden. Je nach Qualifikation der Fachperson ist mit einem Stundensatz von CHF 150.- bis CHF 400.- zu rechnen.

 

Wir können euch auch eine kostengünstigere zu CHF 80.- vermitteln. In einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch könnten wir abklären, ob für eure spezifische Interessenslage eine Mediation geeignet ist.

Eltern-Entfremdungssyndrom – was ist das?

Letzthin sassen wir in einer Gruppe zusammen und diskutierten Probleme nach einer Scheidung. Ein Freund berichtete, dass seine Kinder ihm entfremdet würden und dass es dazu sogar den Begriff „Elternentfremdungssyndrom“ gäbe. Wisst ihr da mehr dazu?

Ja, das gibt es tatsächlich … und leider auch bei uns in Liechtenstein. Der Begriff Eltern-Entfremdungssyndrom entstammt dem englischen Parental Alienation Syndrome, abgekürzt PAS.

 

Nach der elterlichen Trennung kann es in unglücklichen Fällen zu einer Entfremdung zwischen einem Elternteil und seinem Kind kommen. Diese Entfremdung wird als elterliches Entfremdungssyndrom bzw. Parental Alienation Syndrome (PAS) bezeichnet. Der amerikanische Kinderpsychiater Richard Gardner beschrieb bereits 1985 diese kindliche Störung: Das Kind hat ein so negatives Bild von einem Elternteil, dass es ihn dauerhaft und zu Unrecht abwertet und beleidigt. Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein.

 

Symptome des elterlichen Entfremdungssyndroms

Im Rahmen von Sorgerechtsstreitigkeiten kann laut Gardner der betreuende Elternteil bewusst oder unbewusst so negativ auf das Kind einwirken, dass PAS entstehen kann. Daneben hat das Kind den Wunsch, den anderen Elternteil herabzusetzen. Das elterliche Entfremdungssyndrom äußert sich in diesen acht Symptomen: Das Kind hasst einen Elternteil und wertet ihn sowie dessen Familie und Freunde ab. Es hat keine Schuldgefühle bezüglich seines Verhaltens. Die Begründung für diesen Hass ist schwach bzw. absurd. Es fehlt die übliche Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil und das Kind besteht darauf, dass die Ablehnung alleine seine Entscheidung war. Daneben unterstützt es stark den bevorzugten Elternteil während juristischer Streitigkeiten. Das Kind eignet sich typische Redewendungen des bevorzugten Elternteils an.

 

Die drei Stufen der Eltern-Kind-Entfremdung

PAS kann schwach, mittel oder stark ausgeprägt sein. Es kommt darauf an, welche der acht Symptome vorliegen und in welcher Schwere sie auftreten. Eine schwache Entfremdung liegt vor, wenn das Kind zwar eine ablehnende Einstellung gegenüber dem getrennt lebenden Elternteil hat, aber dennoch Besuche zulässt. Bei der mittleren Stufe des PAS verspürt der getrennt lebende Elternteil eine größere Abneigung und Besuche werden abgelehnt. Eine schwere Entfremdung liegt dann vor, wenn das Kind alle acht Symptome zeigt. Ferner verweigert es Besuche. Das kann soweit gehen, dass das Kind droht, fortzulaufen oder Selbstmord zu begehen wenn es sich zu Besuchen gezwungen fühlt.

 

Elterliches Entfremdungssyndrom: Wie fühlt sich das Kind?

Für ein Kind können sich erhebliche Schäden ergeben, wenn beim PAS nicht interveniert wird. Gardner empfiehlt, das Kind in besonderen Fällen vom bevorzugten Elternteil zu trennen oder es in einem Heim unterzubringen bzw. das Kind der Obhut des abgelehnten Elternteils zu übergeben. Dafür wurde und wird er kritisiert. Denn ob so ein abrupter Einschnitt dem Kind gut tut, ist eine andere Frage. Einige Psychologen bezeichnen das elterliche Entfremdungssyndrom als eine Form von Kindesmisshandlung bzw. emotionalen Kindesmissbrauch durch den initiierenden Elternteil. Die Identitätsbildung ist massiv gestört und das Kind läuft Gefahr, eine gestörte Selbst- und Fremdwahrnehmung zu entwickeln. Zudem kann es Probleme bei der Vertrauensbildung haben. Die Folge können vielfältige psychische Erkrankungen sein, zu denen es auch noch im Erwachsenenalter kommen kann.

 

Hier zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, wie problematisch es sein kann, wenn das Kind in die Schusslinie von Trennungsstreitigkeiten gerät und sogar noch instrumentalisiert wird. Auch wenn Sie Ihren Ex-Partner ablehnen oder vielleicht sogar hassen, sollten Sie den Umgang fördern und Ihrem Kind die Chance geben, seine Mama oder seinen Papa lieben zu dürfen. Ihre Partnerschaftsstreitigkeiten haben Sie zwar getrennt, aber die Liebe zum Kind wird Sie stets verbinden.

 

Wir halten es für wichtig, dass involvierte Eltern darauf angesprochen werden; auch auf ihre diesbezügliche Verantwortung. Allenfalls ist eine Kontaktaufnahme mit dem Amt für Soziale Dienste sinnvoll. (Siehe Kindeswohlgefährdung)

 

 

 

Buchtipp

Das Parental Alienation Syndrom (PAS): Eltern - Kind - Entfremdung in Trennungssituationen

2010, Kerstin Mettig

 

Quellen

PAS – das elterliche Entfremdungssyndrom
Humanes Recht

Härtefallscheidung?!

Das Zusammenleben mit meiner Frau ist unerträglich geworden. Sie hat sich des öfteren ohne meine Zustimmung von meinem Geld bedient, verweigert jede Intimität und hat mich körperlich attakiert. Ich betrachte mich als Härtefall und möchte so schnell wie möglich die Scheidung. Ist das möglich?

Die Latte für eine sog. Härtefallscheidung ist besonders hoch gesetzt worden. In den allermeisten Fällen betrachten die Gerichte es für zumutbar, das Band der Ehe bis zum Ablauf der dreijährigen Trennungsfrist aufrecht zu erhalten. Ausser beide willigen ein.

 

Der Kläger, der sich auf diesem Wege scheiden lassen will, muss eine aussergewöhnliche, von der Gegenseite zu verantwortende Eheverfehlung nachweisen. Die unzumutbare Situation bezieht sich allein auf die Fortdauer des Ehebandes als solches. Wenn sich die unzumutbaren Auswirkungen durch Getrenntleben erheblich vermeiden lassen, ist die Trennungsfrist abzuwarten. Es kommt also stets darauf an, ob sich die behaupteten unzumutbaren Zustände auch bei einer faktischen Trennung fortsetzen würden. Nur in diesem Fall hätte ein derartiges Scheidungsbegehren Aussicht auf Erfolg.

Nächste Veranstaltungen

26.02.2019 Vatercrashkurs LI - Abend 1

17.30 Uhr, Fachstelle Männerfragen Schaan

12.03.2019 Vatercrashkurs LI - Abend 2

17.30 Uhr, Fachstelle Männerfragen Schaan

News

Int. Männertag 2018 und Vatercrashkurs

Zum Internationalen Männertag erschienen Artikel in den Liechtensteinischen Tageszeitungen sowie im Radio.

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Vatercrashkurs im Volksblatt

Unter dem Titel "Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf für Väter ein Hochseilakt" befasst sich das Volksblatt in seiner Samstagsausgabe vom 03.11.18 mit dem Vatercrashkurs.

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