Herzlich willkommen!

Unser aktuelles Projekt ist der VATERCRASHKURS.

Im Land unterwegs seit November'18 mit Werbung auf dem limefarbenen LIEmobil Bus Nr. 57      :-)

  • Alle Informationen wie Daten, Ziele, Gutscheine und mehr finden sich hier

 

Wir wünschen allen frischgebackenen und werdenden Vätern eine Teilnahme für eine erfolgreiche Balance zwischen Beruf und Familie.

Fragen und Antworten

Lehrlingslohn, anrechenbar auf Unterhalt?

Ich zahle für unseren 16-jährigen Sohn Unterhalt. Da er nun seit 1 Jahr in der Lehre ist, möchte ich wissen, ob der Lehrlingslohn auf den Kinderunterhalt anzurechnen ist.

Ein unterhaltsberechtigtes Kind muss sich ein Eigeneinkommen, wie hier den Lehrlingslohn anrechnen lassen. Dabei ist rechnerisch vom Existenzminimum auszugehen, minus dem effektiv erzielten Lohneinkommen (Nettolohn abzüglich Krankenkassenbeitrag und weiterer berufsbedingter Auslagen, Fahrt- und Verpflegungskosten). Der Betrag, der sich ergibt, ist von den Eltern abzudecken, d.h. Von beiden Elternteilen jeweils hälftig. Wenn dies allerdings dazu führt, dass für das Kind vorher mehr Geld zur Verfügung stand als mit dem Lehrlingslohn, ist dann noch soviel „aufzustocken“, dass dem Kind der bisherige Unterhaltsbeitrag weiterhin zur Verfügung steht.

Generell sind Unterhaltsbeiträge nicht starr nach Prozenten geschuldet, sondern es muss stets der konkrete Einzelfall geprüft werden, ob und inwieweit ein unterhaltsberechtigtes Kind durch Lehre, Nebenverdienst etc. selbsterhaltungsfähig ist.

Anwalts- und Gerichtskosten, wie teuer wird das?

Meine Frau will die Scheidung. Mit welchen Kosten für Anwälte und Gericht müsste ich im Streitfall rechnen?

Sofern eine Verfahrenshilfe (= Prozesskostenhilfe bei schwachen Einkommens- und Vermögensverhältnissen über Antrag) nicht in Betracht kommt, gibt es folgende Möglichkeiten:

 

  • Ihr könnt euch über die Konfliktpunkte rasch einig werden und stellt ein gemeinsames Scheidungsbegehren; dann sind die Kosten überschaubar (allfällige Anwaltskosten vor dem Prozess, geringe Gerichtsgebühren).
  • Ihr schaltet jeweils einen Anwalt ein und versucht, möglichst viel „herauszuholen“, was die Sache verteuert bzw. die Kosten unüberschaubar macht.

 

Rechtsanwälte können bei Gericht nach dem Erfolgsprinzip ihre gesetzlichen (d.h. in einer Verordnung geregelten) Tarifkosten ersetzt verlangen. Diese richten sich nach dem sog. Streitwert, d.h. das Ganze kann sehr kostspielig werden, wenn über hohe Vermögenswerte oder Unterhaltsbeiträge verhandelt werden muss und allenfalls mehrere Gerichtsinstanzen (Landgericht, Obergericht, Oberster Gerichtshof) damit befasst werden.

 

Im Innenverhältnis rechnen Anwälte in aller Regel nach Zeitaufwand ab, üblicherweise ca. CHF 350.- pro Stunde oder mehr. Die Honorare können auch frei zwischen Anwalt und Klient vereinbart werden.

Prozess gewonnen, muss ich trotzdem den Anwalt bezahlen?

Mein Anwalt hat mich erfolgreich in einem Unterhaltsprozess gegen meine ex-Frau vertreten und wir haben in zwei Instanzen gewonnen. Sie wurde zur Bezahlung sämtlicher Anwalts- und Gerichtskosten, also auch der Kosten meines Anwalts, verpflichtet. Nun fordert mein Anwalt einige Monate nach Prozessende seine Kosten mit der Begründung, dass diese bei meiner ex-Frau nicht einbringlich zu machen sind.

Kann er das?

Aufgrund des bestehenden Mandatsverhältnisses mit dem eigenen Klienten ist der Rechtsanwalt berechtigt, das angemessene Honorar vom Klienten zu fordern, auch wenn er den Prozess zur Gänze gewonnen („obsiegt“) hat und der Prozessgegner durch Urteil zur Zahlung verpflichtet wurde, aber nicht zahlungsfähig ist. Daher sollte man, bevor man einen Prozess startet, auch dieses Kostenrisiko stets berücksichtigen und den beauftragten Anwalt ohne Scheu dazu befragen.

Nach Scheidung: Wie versteuern?

Wie wirkt sich eine Scheidung auf unsere Steuersituation aus?

Nach einer Scheidung sind die beiden ex-Partner wieder als einzelne Steuerzahlende zu betrachten. Das heisst, dass ab dem Jahr, in dem die Scheidung rechtskräftig vollzogen ist, jeder eine separate Steuererklärung bei seiner Wohnsitzgemeinde einzureichen hat. Dabei sind Unterhaltsleistungen beim unterhaltsverpflichteten Elternteil als Abzug und beim unterhaltsberechtigten Elternteil als Einkommen zu deklarieren.

Wegzug mit dem Kind ins Ausland!

Meine Frau und ich möchten uns scheiden lassen. Da sie Schweizerin ist, hat sie die Absicht, wieder in ihre Heimat zu ziehen, allerdings nicht in Grenznähe. Dadurch kann ich mein Kind voraussichtlich weniger sehen. Kann sie dies ohne meine Zustimmung tun und das Kind am neuen Wohnort anmelden?

Grundsätzlich: Nein. Es sei denn, es gibt eine entsprechende Gerichtsentscheidung oder deine ausdrückliche Zustimmung. Die Praxis in der Schweiz ist, was die Meldung betrifft, uneinheitlich.

In manchen Kantonen wrid durch Formulare geprüft, ob der andere Elternteil seine Zustimmung erteilt hat. Ist dem nicht so, erhält das Kind keine Wohnsitzberechtigung und behält seinen ursprünglichen Wohnsitz in Liechtenstein. Andernorts in der Schweiz prüft die Wegzugsgemeinde, ob der andere Elternteil dem Wohnsitzwechsel zustimmt.

Generell ist im Konfliktfall bei beabsichtigtem Wegzug ins Ausland zu empfehlen, bei der Einwohnerkontrolle/Meldebhörde des jeweiligen neuen Wohnortes die Frage abzuklären.

Härtefallscheidung?!

Das Zusammenleben mit meiner Frau ist unerträglich geworden. Sie hat sich des öfteren ohne meine Zustimmung von meinem Geld bedient, verweigert jede Intimität und hat mich körperlich attakiert. Ich betrachte mich als Härtefall und möchte so schnell wie möglich die Scheidung. Ist das möglich?

Die Latte für eine sog. Härtefallscheidung ist besonders hoch gesetzt worden. In den allermeisten Fällen betrachten die Gerichte es für zumutbar, das Band der Ehe bis zum Ablauf der dreijährigen Trennungsfrist aufrecht zu erhalten. Ausser beide willigen ein.

 

Der Kläger, der sich auf diesem Wege scheiden lassen will, muss eine aussergewöhnliche, von der Gegenseite zu verantwortende Eheverfehlung nachweisen. Die unzumutbare Situation bezieht sich allein auf die Fortdauer des Ehebandes als solches. Wenn sich die unzumutbaren Auswirkungen durch Getrenntleben erheblich vermeiden lassen, ist die Trennungsfrist abzuwarten. Es kommt also stets darauf an, ob sich die behaupteten unzumutbaren Zustände auch bei einer faktischen Trennung fortsetzen würden. Nur in diesem Fall hätte ein derartiges Scheidungsbegehren Aussicht auf Erfolg.

HINWEIS

An dieser Stelle publizieren wir die jeweils zuletzt eingegangenen und für die Homepage freigegebenen Fragen und Antworten für einige Wochen. Danach erfolgt die Zuteilung in die entsprechende Rubrik.

Dankeschön für eure Fragen, die wir anonymisiert hier aufführen dürfen.

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