Herzlich willkommen!

Der Verein für Männerfragen wurde gegründet, um den Anliegen von Vätern/Männern und deren Familien in Liechtenstein ein grösseres Gewicht zu geben. Im Kontext von Scheidung/Trennung sollen die Interessen aller Betroffenen wieder mehr Berücksichtigung finden, das Pendel zur Mitte hin rücken. Wenn das afrikanische Sprichwort «Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf» stimmt, dann braucht dieses Kind im mindesten beide Elternteile. Dafür setzen wir uns ein - auch mit dieser neuen Homepage.

 

«Ich bin ok, du bist ok» ein Leitsatz aus der Transaktionsanyalse ist auch uns wichtig. Beratung wie auch elterliche Verantwortung hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Entsprechend ziehen wir hier das vertrauliche «Du» dem distanzierten «Sie» vor.

 

Wir wünschen dir, dass sie dir hilfreich ist. Falls etwas fehlt, lass uns dies bitte wissen.

Fragen und Antworten

Sind die Prozentzahlen beim Unterhalt gesetzlich festgeschrieben?

Im Zusammenhang mit den Unterhaltszahlungen (Ehegattin & Kinder) werden überall diese Prozentzahlen verwendet. Sind die gesetzlich festgeschrieben? Ich habe nichts gefunden.

Nein, sie sind gesetzlich nicht festgeschrieben. Sie haben sich in der Praxis entwickelt und stellen zumeist eine gute Versorgung der Mutter und Kinder dar. Für den Vater ist die Zahlung der entsprechenden Beträge nicht selten schwierig, da es ihn an die Existenzgrenzen bringen kann. Die Ehegatten können auch ausserhalb dieser Prozentzahlen eine Einigkeit treffen.

Traditionelles Betreuungsmodell oder Wechselmodell?

Ich stehe kurz vor der Scheidung, wir haben 2 Kinder (3 und 8 Jahre alt). Mit meiner Frau diskutiere ich noch, ob wir uns bei der Betreuung auf ein Wechselmodell (im wöchentlichen Wechsel) oder auf ein normales Modell festlegen sollen. Wichtig ist uns natürlich, dass sich die Kinder dabei wohlfühlen. Welches Betreuungsmodell ist für die Kinder besser?

Grundsätzlich habt ihr einen weiten Gestaltungsspielraum, keines der Modelle weist nur Vorteile oder Nachteile auf. Beim Wechselmodell bleiben beide Elternteile in etwa gleich stark in der Aufgabenteilung  für ihre Kinder. Dass enge Eltern-Kind-Beziehungen zwischen den Kindern und beiden Elternteilen aufrechterhalten werden und die Eltern im Vergleich zu alleinerziehenden Elternteilen entlastet werden, spricht  vor allem für das Wechselmodell.

Andererseits gibt es für die Kinder dann keinen eindeutigen Lebensmittelpunkt mehr, was eher für ein Modell mit überwiegender Betreuung durch ein Elternteil spricht. Optimal wäre, wenn das bisherige gewohnte Umfeld auch bei einem wöchentlichen Wechsel erhalten bleibt (Grosseltern, Kindergarten, Schule etc.) oder in kurzer Distanz erreichbar ist. Die Kinder sollten mit zunehmendem Alter über die eigene Zeit bestimmen können. Als Eltern müsst ihr ein hohes Mass an Kooperationsbereitschaft und Flexibilität aufbringen, damit das Modell funktioniert. Erfahrungen aus dem In- und Ausland haben gezeigt, dass die Kinder mit der Betreuung im Wechselmodell gut zurechtkommen.

Kompliment, dass sich eure Kinder wohlfühlen dürfen und ihre Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt werden.

Anwalts- und Gerichtskosten, wie teuer wird das?

Meine Frau will die Scheidung. Mit welchen Kosten für Anwälte und Gericht müsste ich im Streitfall rechnen?

Sofern eine Verfahrenshilfe (= Prozesskostenhilfe bei schwachen Einkommens- und Vermögensverhältnissen über Antrag) nicht in Betracht kommt, gibt es folgende Möglichkeiten:

 

  • Ihr könnt euch über die Konfliktpunkte rasch einig werden und stellt ein gemeinsames Scheidungsbegehren; dann sind die Kosten überschaubar (allfällige Anwaltskosten vor dem Prozess, geringe Gerichtsgebühren).
  • Ihr schaltet jeweils einen Anwalt ein und versucht, möglichst viel „herauszuholen“, was die Sache verteuert bzw. die Kosten unüberschaubar macht.

 

Rechtsanwälte können bei Gericht nach dem Erfolgsprinzip ihre gesetzlichen (d.h. in einer Verordnung geregelten) Tarifkosten ersetzt verlangen. Diese richten sich nach dem sog. Streitwert, d.h. das Ganze kann sehr kostspielig werden, wenn über hohe Vermögenswerte oder Unterhaltsbeiträge verhandelt werden muss und allenfalls mehrere Gerichtsinstanzen (Landgericht, Obergericht, Oberster Gerichtshof) damit befasst werden.

 

Im Innenverhältnis rechnen Anwälte in aller Regel nach Zeitaufwand ab, üblicherweise ca. CHF 350.- pro Stunde oder mehr. Die Honorare können auch frei zwischen Anwalt und Klient vereinbart werden.

Hälfte des Vermögens aufteilen bei einer Scheidung?

Meine Frau will sich nach zwölf Ehejahren von mir scheiden lassen. Sie verlangt die Hälfte meines Vermögens. Ich besitze eine Eigentumswohnung, die wir bisher gemeinsam bewohnt haben. Eine darin befindliche Einliegerwohnung ist seit Jahren vermietet. Auf Unterhaltszahlungen würde sie verzichten, da sie selbst 100 % arbeitet und nicht schlecht verdient. Sie verlangt von mir, ich solle ihr alle Bank- und sonstigen Unterlagen zeigen, um eine Aufteilung des Vermögens vornehmen zu können.  Soll ich darauf eingehen?

Was die Auskünfte betrifft, musst du tatsächlich „die Hosen runter lassen“. Jeder Ehegatte – wie auch Ehegattin - ist verpflichtet, den anderen über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu informieren. Von einer Verschleierung ist dringend abzuraten. Je rascher die Verhältnisse geklärt sind, umso besser. Allerdings musst du nicht einfach die Hälfte deines Vermögens abgeben, sondern es sind - auch bei vererbtem oder geschenktem Eigengut – nur die Erträgnisse aus deinem Eigengut, das sind in deinem Fall die Mieterträgnisse der Einliegerwohnung, die zu eurem Vermögenszuwachs zählen. Ausserhalb des Eigenguts sind alle während eurer Ehe erzielten Zuwächse aus Vermögen aufzuteilen.

 

Hier wäre es sinnvoll, euch zu einigen und euch Gedanken zu machen, wer in der bisherigen Ehewohnung verbleibt.  Auseinandersetzungen vor Gericht über vermögensrechtliche Ansprüche können nämlich sehr kostspielig werden, insbesondere dann, wenn Anwälte über hohe Streitwerte verhandeln.

Betreuungsanteil und möglicher Abzug

Ich betreue die Kinder alle zwei Wochen von Freitag 18h - Montag 8h, dann bringe ich sie zur Schule. Alle zwei Wochen hole ich sie zusätzlich an einem Wochentag um 15h von der Schule ab, sie übernachten bei mir und ich bringe sie am darauffolgenden Tag wieder zur Schule. Zusätzlich verbringen meine Kinder und ich drei Wochen Ferien pro Jahr.

 

Wie gross ist in etwa mein Betreuungsanteil? Und wieviele Prozente darf ich für meine Frau abziehen, die nur 6h/Woche arbeitet, da sie unser gemeinsames Kind betreut? Sind das 2%?

Erst wenn deine Kontakte deutlich über der üblichen Betreuungszeit liegen (als wie sie im klassischen Residenzmodell bestehen) kann ein Abzug angedacht werden. In deinem Fall liegt der Betreuungsumfang - wie von dir mitgeteilt - noch in diesem üblichen Bereich, der auch ca. vier Ferienwochen Ferien inkludiert. Erst ab einem zusätzlichen wöchentlichen  Betreuungstag und weiterer Urlaubszeit wäre nach ständiger (österreichischer) Judikatur ein Abzug von mindestens zehn Prozent gerechtfertigt. In Liechtenstein gibt es bis anhin keine gefestigte Grundlage für den Prozentabzug.

 

Meines Erachtens wäre der von dir beabsichtigte Abzug von zwei Prozenten angemessen. Solange es dafür aber keine Einigung mit der ex-Frau gibt, ist er vor Gericht kaum durchsetzbar - da die Betreuungszeiten eben im üblichen Bereich liegen. Daher solltest du mit deiner ex-Frau sprechen und schauen, ob ihr den Kindesunterhalt neu aushandeln könnt.

Frau will Scheidung nicht, kann ich sie erzwingen?

Ich möchte mich von meiner ausländischen Partnerin scheiden lassen, da ich mittlerweile sicher bin, dass sie mich nur der finanziellen Absicherung wegen geheiratet hat und unsere Beziehung nicht ernst nimmt. Wir sind jetzt 3 Jahre verheiratet, sie sagt allerdings, dass sie einer Scheidung nie zustimmen würde. Kann ich mich auch gegen ihren Willen scheiden lassen?

Wenn – wie in eurem Fall – eine einvernehmliche Lösung ausscheidet, gibt es nur zwei Wege, die Ehe notfalls auch gegen den Willen des Partners zu beenden:

 

a) ihr lebt seit 3 Jahren nicht mehr zusammen;

 

oder

 

b) die Fortsetzung der Ehe wäre für einen Teil nicht mehr zumutbar, etwa wenn eine Seite schwerwiegende Eheverfehlungen begangen hat oder etwa die Ehe von vornherein nicht wirklich gewollt war (Scheinehe).

 

In beiden Fällen ist eine Klage bei Gericht einzubringen.

Unterhaltszahlung für die exFrau, wie lange ist Pflicht?

Ich habe gehört, dass ich meiner Frau bis zum AHV-Alter Unterhalt zahlen muss. Andere sagen, nur solange die Kinder minderjährig oder bis sie 16 Jahre alt sind. Was ist richtig?

Die Unterhaltsdauer ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Zunächst einmal ist zu prüfen, ob die Frau überhaupt Bedarf an Unterhalt hat, d.h. ob sie unter Beachtung aller Umstände nicht oder nur teilweise in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten (Selbsterhaltungsfähigkeit). Besteht grundsätzlich Unterhaltsbedarf und somit eine Unterhaltszahlungspflicht, sind verschiedene Kriterien massgebend, wie lange Unterhalt zu leisten ist: die Ehedauer, die Lebenssituation beider Partner während der Ehe, Alter, Ausbildung, berufliche Potenziale, Einkommensverhältnisse und Betreuungspflichten, was gemeinsame Kinder angeht als wichtigste Kriterien. Kurzum: alles hängt sehr vom Einzelfall ab, ob und inwieweit Unterhalt gezahlt werden muss.

 

Im persönlichen Gespräch können wir das gerne mit dir genauer betrachten.

News

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Am 20. Dezember 2017 erschien unser sechster Newsletter in diesem Jahr. Du findest ihn - wie alle früheren Newsletter - hier auf der der Homepage unter News > Newsletter. - Zum Direktlink >

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19. November = Internationaler Männertag. Die liechtensteinische Sonntagszeitung LIEWO ist das Thema MÄNNER in Zusammenarbeit mit uns angegangen und hat einige Seiten dazu gestaltet. Die Artikel finden sich nachstehend hier, ebenso unter www.liewo.li

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